OS-BLOG 5 Mixed bag mit Maik, mir und ein paar Erdhörnchen.

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Einen wunderschönen Morgen, Mittag oder Abend, liebe Gemeinde! Heute muss ich zuerst eine Frage stellen: Seid ihr wie Maik? Maik musste ich erst erklären, dass „OS-Blog“ wie „Ostblock“ ausgesprochen wird. Wer hätte das auch so gewusst? Na? Der muss nicht, aber möge mir dies doch bitte hier oder über das bekannte blaue Sozialvernetzungswerkzeug mitteilen, zu Forschungszwecken. Danke dafür im Voraus!

Mit Maik, den ich von einem Existenzgründerseminar kenne und der mit Nachnamen Reishaus heißt, war ich neulich im Zoo. Maik ist dort sehr gerne. Erstens, weil es ihn entspannt – auf die Gründe dafür gehen wir gleich noch näher ein. Zweitens, weil es „leichtes Brot für Fotografen“ sei. Zum Beispiel hat Maik den Löwen oben fotografiert, „während mindestens 2 Minuten lang ein Junge wie bescheuert an einem Strauch gerüttelt hat“, um seine Aufmerksamkeit zu erhaschen. Laut quietschend! Zunächst dachte Maik, das Tier bemitleidend, noch, „warum ist da eine Glasscheibe zwischen?“, entdeckte aber schnell die unmissverständliche Botschaft im Blick des Löwen: „Mach mal ruhig noch ein bisschen weiter, Junge…!“ – und drückte ab.

„In der Natur hat man keine Chance, Tiere für so lange Zeiträume zu beobachten, ohne dass sie sich erschrecken und davonlaufen“, sagt Maik. Seit letzten September macht er ernst mit der Fotografie und will jetzt auch verstärkt in Richtung Portrait gehen, denn „man reagiert anders auf Fotos, wenn Menschen drauf sind.“ Außer Fotos macht Maik noch Musik; der (fast fertig diplomierte) studierte Basser gibt Unterricht und ist in 3 Bands aktiv, mit denen er es insgesamt auf gute dreißig Gigs pro Jahr bringt. Auch das Schreiben über seine Passion ist er gerade dabei zu professionalisieren, und sein Idealszenario bestünde aus je 25% Musizieren, Schreiben, Unterrichten und Fotografieren. Nicht nur die Abwechslung reizt ihn – „ich könnte nicht den ganzen Tag lang nur eine Sache machen“ – es ist auch die Entspannung, die ihm das künstlerische Tun gibt, den Ausgleich, etwa zum Unterrichten.

Entspannung findet er eben auch im Zoo. Erstens, weil es dort ruhig ist – der Osnabrücker Zoo ist tatsächlich einer der weitläufigsten und naturnahsten des Landes – aber auch, weil jede einzelne Tierart für ihn so interessant ist. „Jedes Tier hat eine spezielle Eigenart, die auf einen selbst abfärbt“, findet Maik, der Elefantenfan ist und nur den Nacktmullen nichts abgewinnen kann, “leider”. Die Erdhörnchen etwa „stecken einen mit ihrer Wuseligkeit an“, einen Wolf im Wolfswald zu beobachten findet er „mystisch“, und der ganz alte Bär wiederum, der „einfach nur rumliegt“, übertrüge seine Ruhe auf ihn. Zudem lehre ein Zoo, gerade einer, der so viel Wert auf artgerechte Haltung legt, Respekt vor der Natur. Vor allem Kinder können dort lernen, dass Tiere keine Objekte aus dem Fernsehen sind. Sie werden, im Streichelzoo gar im wörtlichen Sinne, greifbar. Sogar Fische kann man anfassen. Toll!

Mein Kind findet das übrigens auch. Gerade mal anderthalb, ist es der Schrecken der Ziegen vom Streichelzoo. Zum Glück für sie (die Ziegen) ist der Osnabrücker Zoo keiner, der mit Spielplätzen geizt; ganz im Gegenteil. Mit unterirdischen Häusern, Baumrutschen vom Kopf einer riesigen Holzgiraffe hinab und echten Indianertipis kann sich meine Kleine auch mal wunderbar tierfrei beschäftigen, und Maik und ich können in Ruhe unsere Waffeln verputzen – und die Ziegen ihr Heu. Mister Reishaus findet, dass man sich bei jedem Besuch hier aufs Neue auf angenehmste Art verlaufen kann. Ich pflichte bei; gerade an verregneten Wochenenden ist die Zoo-Jahreskarte der beste Freund junger Eltern. Langweilig wird es dabei nie, und nach beinah 10 Besuchen haben wir noch lange nicht alles gesehen.

Was Maik eigentlich nach Osnabrück verschlagen hat, will ich zum Schluss noch wissen, während die Sonne schon langsam untergeht und die Pink Flamingos (übrigens der Name einer Osnabrücker Kult-Band!) in ein sattes orange umzufärben beginnt. Er kam 2005 aus Wolgast, Meck-Pomm, des Studienplatzes wegen. Und? Will er wieder weg? Erstmal nicht, „kein Bedürfnis“. Er findet OS eine „relativ spannende kleine Stadt“ mit aktiver Kunst- und Musik-Szene und umtriebigen Akteuren, „wenn man erstmal tiefer eintaucht“. Hier kennt jeder irgendwann jeden, und so hat sich der Allround-Künstler ein tragfähiges Netzwerk aufbauen können.

„Man wird hier schneller wahrgenommen als in einer größeren Stadt“, schließt Maik. Das kann Vor- oder Nachteil sein, im Moment ist es ganz klar ersteres. Wollt ihr selbst beurteilen? Bitte, kein Problem. Die Groovin’ Goblins, Cicinatela oder Tommy Schneller spielen sicher bald wieder, mit Maik am Bass. Schöne Grüße von mir!

Eure Katja Brunkhorst


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